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China und Deutschland schlagen gemeinsam ein neues Kapitel der Zusammenarbeit auf
Gastbeitrag von Wu Ken, Botschafter der Volksrepublik China in Deutschland
2021/02/11

Am 11. Februar erschien in China Rundschau ein Gastbeitrag von Herrn Botschafter WU Ken.

Rückblickend auf das vergangene Jahr 2020 haben China, Europa und die ganze Welt gemeinsam eine sehr ungewöhnliche Reise hinter sich.

Angesichts der beispiellosen Herausforderungen, die sich aus der Verflechtung des Jahrhundertswandels und der Pandemie ergeben, hat China unter der starken Führung des Parteizentralkomitees mit Generalsekretär Xi Jinping an der Spitze hart daran gearbeitet, die Pandemie unter Kontrolle zu bringen, die Arbeit und Produktion wiederaufzunehmen und das Wirtschaftswachstum wieder in einen positiven Bereich zu führen. Im Jahr 2020 haben wir die große historische Errungenschaft erreicht, den umfassenden Aufbau einer Gesellschaft mit bescheidenem Wohlstand zu vollenden. Das BIP erreichte ein neues Niveau von 100 Billionen Yuan und damit ist China die einzige große Volkswirtschaft der Welt, die im Vorjahr ein positives Wachstum erzielen konnte. Chinas Beitrag zum Weltwirtschaftswachstum liegt seit vielen Jahren bei über 30%. Wir haben einen entscheidenden Sieg im Kampf gegen die Armut errungen. In den letzten über 40 Jahren der Reform und Öffnung wurden mehr als 800 Millionen Menschen in unserem Land von der Armut befreit, was mehr als 70% zur weltweiten Armutsbekämpfung beigetragen hat. In der wissenschaftlichen Forschung wurden bedeutende Durchbrüche erzielt, wie "Tianwen-1", "Chang'e-5" und "Fendouzhe". Der 13. Fünfjahresplan wurde erfolgreich abgeschlossen und der 14. Fünfjahresplan steht schon bereit.  China, das die harte Prüfung der Pandemie überstanden hat, ist voller Zuversicht, Hartnäckigkeit und Kraft.

Als große Volkswirtschaften der Welt und Länder mit wichtigem Einfluss sind China und Deutschland umfassende strategische Partner. Im engen Schulterschluss arbeiten beide Länder zusammen, um Schwierigkeiten gemeinsam zu überwinden. Im vergangenen Jahr haben Staatspräsident Xi Jinping und Premierminister Li Keqiang viele Telefonate und Videokonferenzen mit Bundeskanzlerin Merkel geführt. Staatsrat und Außenminister Wang Yi besuchte trotz der weltweiten Pandemie Deutschland zweimal. Der häufige Austausch und die strategische Kommunikation zwischen den Führungspersönlichkeiten der beiden Länder haben die Weichen der bilateralen Beziehungen gestellt und der stetigen und langfristigen Entwicklung neue Impulse verliehen. Die Regierungen, Unternehmen und zivilgesellschaftliche Organisationen beider Länder unternahmen große Anstrengungen, um sich gegenseitig im Kampf gegen die Pandemie zu unterstützen. Dabei halfen sich die beiden Völker und schrieben gemeinsam unzählige bewegende Geschichten. Vor dem Hintergrund eines starken Rückgangs des Welthandels erreichte das Handelsvolumen zwischen China und Deutschland im vergangenen Jahr 192 Milliarden US-Dollar, eine Steigerung von 3,9% gegenüber dem Vorjahr. China wird voraussichtlich fünf Jahre in Folge Deutschlands größter Handelspartner der Welt . Mit Deutschland hat China das erste "Fast Track"-Verfahren für Personalaustausch zwischen China und Europa ein- und durchgeführt. Dies trug zur Wahrung der Sicherheit und Stabilität der globalen Industrie- und Lieferkette bei. 170 deutsche Unternehmen nahmen an der dritten China International Import Expo (CIIE) teil. Die Anzahl und Fläche der deutschen Aussteller belegte in drei aufeinander folgenden Jahren den ersten Platz in der EU. Im vergangenen Jahr stammten rund ein Drittel des weltweiten Umsatzes und die Hälfte der Gewinne der drei großen deutschen Automobilunternehmen aus dem chinesischen Markt. Zudem beschleunigten sie weiter ihren Einsatz im neuen Energiesektor in China. Chinesische Unternehmen wie der Batteriehersteller Svolt und das innovative Technologieunternehmen Xiaomi haben sich in Deutschland niedergelassen. Eine neue Art der Zusammenarbeit mit sich ergänzenden Vorteilen zum gegenseitigen Nutzen fördert die tiefe Integration der beiden Länder in der Wertschöpfungskette. Potenzial bei der Zusammenarbeit in den Bereichen künstliche Intelligenz, autonomes Fahren und digitale Wirtschaft wird kontinuierlich freigesetzt. Die Beziehungen zwischen China und Deutschland sind im gemeinsamen Kampf gegen die Pandemie widerstandsfähiger geworden und haben eine inhärente treibende Kraft für eine nachhaltige Entwicklung gezeigt.

Auch im vergangenen Jahr haben die Beziehungen zwischen China und der EU kontinuierlich neue Durchbrüche erzielt. Zum ersten Mal wurde China zum größten Handelspartner der EU. Beide Seiten unterzeichneten das Abkommen über geografische Angaben und richteten zwei hochrangige Dialogmechanismen im Umwelt-, Klima- und Digitalbereich ein, um grüne und digitale Partnerschaften zu schließen. Ende letzten Jahres kündigten Staatspräsident Xi Jinping und die europäischen Führungspersönlichkeiten gemeinsam den termingerechten Abschluss der Verhandlungen über das Investitionsabkommen zwischen China und der EU an, um der chinesisch-europäischen Zusammenarbeit neue und starke Impulse zu verleihen und gemeinsam ein positives Signal zur Wahrung des Multilateralismus und des Freihandels zu senden. Dies ist ein ausgewogenes, hochwertiges und für beide Seiten vorteilhaftes Investitionsabkommen, das einen wichtigen Beitrag zum Aufbau einer offenen Weltwirtschaft mit Hilfe der beiden Hauptmärkte China und Europa leisten wird. China würdigt die Bemühungen Deutschlands zur Förderung der Zusammenarbeit zwischen China und der EU während seiner EU-Ratspräsidentschaft.

Am 1. Januar dieses Jahres brachen aus Chongqing und Chengdu jeweils die ersten Züge des China-Railway-Express, beladen mit Waren, Stahl und guter Neujahrsstimmung, zu ihren Zielorten, dem fernen Duisburg und dem polnischen Lodz, auf. Dies ist der lebhafte Beginn der Zusammenarbeit zwischen China und Deutschland sowie  Europa im neuen Jahr.

Dieses Jahr ist das Auftaktsjahr des 14. Fünfjahresplans, der 100. Jahrestag der Gründung der Kommunistischen Partei Chinas und der Beginn einer neuen Reise zum umfassenden Aufbau eines modernen sozialistischen Landes. Basierend auf der neuen Entwicklungsphase wird China ein neues Entwicklungskonzept umsetzen und aktiv ein neues Entwicklungsmuster gestalten, in dem der Inlandsmarkt als Hauptstütze fungieren und in- und ausländische Märkte sich gegenseitig beflügeln können. In diesem Jahr werden China und Deutschland eine neue Runde von Regierungskonsultationen abhalten, um die Weichen der bilateralen Zusammenarbeit in verschiedenen Bereichen zu stellen. Wir werden den wichtigen Konsens der Staats- und Regierungschefs beider Länder umsetzen, am Mainstream der pragmatischen Zusammenarbeit und des gegenseitigen Nutzens auf der Grundlage gegenseitigen Respekts festhalten, die Kommunikation stärken, das gegenseitige Vertrauen festigen und mit Differenzen angemessen umgehen. Wir sind bereit, mit Deutschland die breiten Marktchancen, Handels- und Investitionsmöglichkeiten und innovativen Kooperationsmöglichkeiten zu teilen, die sich aus der Entwicklung Chinas ergeben, gemeinsam eine qualitativ hochwertige chinesisch-deutsche Zusammenarbeit zu fördern, gemeinsam für Multilateralismus einzutreten und gemeinsam zum Aufbau einer nachhaltigeren und sichereren Welt beizutragen.

Staatspräsident Xi Jinping sagte auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos vor einigen Tagen, dass der kalte Winter das Kommen des Frühlings nicht aufhalten und die Nacht die Morgendämmerung nicht verbergen könne.  In ein paar Tagen werden wir das chinesische Neujahrsfest und damit das Jahr des Ochsen einläuten. Der Ochse symbolisiert in der chinesischen Kultur Pragmatismus, Fleiß und Streben. Ich gehe davon aus, dass China und Deutschland das Begonnene im neuen Jahr fortsetzen und ein neues Kapitel der Freundschaft und Zusammenarbeit schreiben werden.

 

 

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