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Der chinesische Botschafter führte mit dem Wirtschaftkreis Baden-Württemberg Gespräche über die chinesische Wirtschaft
2015/10/14
 

Auf seiner Reise nach Baden-Württemberg führte Botschafter Shi Mingde in Baden-Baden, Offenburg und Stuttgart eine Reihe von Gesprächen: am 13. und 14. September im Rahmen der “137. Baden-Badener Unternehmer-Gespräche”(BBUG) sowie beim PoWi-Unternehmerkreis der Stihl AG in Offenburg/Ortenau. Dabei wurden für die deutsche Wirtschaft akute Fragen wie die Verlangsamung des chinesischen Wirtschaftswachstums, die Kursschwankungen des Renminbi und die Turbulenzen an den chinesischen Börsen ausführlich erörtert.

Botschafter Shierläuterte ausführlich sämtliche Fragen bezüglich der Kooperation mit China. Er riefdie lokalen Industrie- und Handelskreise dazu auf, die Umwandlung der chinesischen Wirtschaft vernünftig zu betrachten. Es sei an der Zeit, die neuen Chancen zu ergreifen, die sich aus der Vertiefung der Reformen in China, aus der innovativen Entwicklung und aus der Strategie des Baus einer maritimen und kontinentalen Seidenstraße ergäben, sowie verstärkt Zuversicht zu schöpfen unddie Zusammenarbeitmit China auszuweiten.

Botschafter Shi informierteüber den Hauptinhalt der Rede von Premierminister Li auf dem Sommer-Davos-Forum in Dalian, wonachChinas Wirtschaftsvolumen im Jahr 2014 10 Billionen US-Dollar überschritten habe. Auf einer derartig hohen Basis sei es auch für China nicht leicht, einen Zuwachs von 7% zu verwirklichen, der mit dem BIP der Türkei oder der Schweizzu vergleichen sei. Eine Wachstumsrate von 7%, die einen Beitrag von mehr als 30% zum Wachstum der Weltwirtschaft für das erste Halbjahr 2015 geleistet habe, liege weit über der durchschnittlichen weltweiten Rate der anderen wichtigen Volkswirtschaften. Obwohl die globale Wirtschaftslage nicht stabil sei und die Binnenwirtschaft vor einer Umstrukturierung stehe, bleibe der Renminbi-Kurs grundsätzlich stabil. China habe bewusst den Mechanismus zur Festsetzung des Mittelkurses des Renminbi modifiziert, damit sich der Wechselkursmechanismus des RMB mehr am Markt orientiere und die Internationalisierung der chinesischen Währungdadurch vorangetrieben werden könne.

Hinsichtlich der Volatilität der letzten Zeit auf dem chinesischen Aktienmarkt unterstrich Botschafter Shi, dass es auf der Welt keine Börse gebe, die immer nur nach oben und nie nach unten gehe.Die chinesische Börse habe erst eine Geschichte von 25 Jahren hinter sich, sie sei viel jünger als die europäischen und amerikanischen Börsen mit einer Geschichte von über 200 Jahren und müsse noch Erfahrungen sammeln. Die wichtigsten Ursachen der jüngsten Instabilität der globalen Börsen lägen einerseits in der Geldpolitik, nämlich der quantitativen Lockerungder letzten Jahre, und andererseits in der Erwartung einer Zinserhöhung in den USA. Die Schuld auf China zu schieben sei ungerecht und unverantwortlich.

Laut Botschafter Shi sind die Fundamentaldaten der chinesischen Wirtschaft positiv. Die chinesische Wirtschaft berge eine enorme inländische Nachfrage in sich, während die Fertigungsindustrie eine Wendephase von einem exzessiven zu einemintensiven Wachstum durchlaufe und der Prozess der Industrialisierungneuen Typs, der Informatisierung, der Urbanisierung und der landwirtschaftlichen Modernisierung voranschreite. China verfüge über üppige Devisen- und Arbeitskraftreserven und werde die Strukturreformenmittels der Vertiefung der Reformen und der Innovation fördern, um eine qualitative, effiziente und nachhaltige Entwicklung zu verwirklichen. Er baue auf die unbeirrte Zuversicht der deutschen Wirtschaft, um angesichts der neuen Situation die Zusammenarbeit mit China zu festigen und zu vertiefen.

Botschafter Shi besuchte während seiner Reise auch die Herrenknecht AG, den weltführenden Lieferanten von Tunnelvortriebstechnik .

Die Baden-Badener Unternehmer Gespräche sind eine Institution für die Entwicklung des obersten Führungsnachwuchses der deutschen Wirtschaft. Zugleich bieten sie eine Plattform des übergreifenden Dialogs zwischen Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Die Gespräche finden zweimal jährlich statt und dauern jeweils drei Wochen. In den letzten 60 Jahren sind hier über 3000 Führungskräfte der Wirtschaft weitergebildet worden.

Der Gesprächskreis Politik und Wirtschaft (PoWi-Kreis) wurde 2008 vom Familienunternehmer Dipl.-Ing. Hans Peter Stihl ins Leben gerufen. Im Gesprächskreis haben sich hochrangige Entscheidungsträger von berühmten und vorwiegend international tätigen Familienunternehmen aus Baden-Württemberg zusammengefunden. Der PoWi-Kreis verfolgt das Ziel, den Dialog zwischen Politik und Eigentümerunternehmenzu fördern. Seine Mitgliedsunternehmen erwirtschaften mit 550 000 Mitarbeitern einen jährlichen Gesamtumsatz von rund 180 Milliarden Euro.

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