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Neue Entdeckungen in Sanxingdui-Ruinen werfen ein Licht auf die chinesische Zivilisation
2021/03/22

Das am 17. März 2021 aufgenommene Foto zeigt eine zerbrochene Goldmaske, die aus einer Opfergrube in den Sanxingdui-Ruinen in der südwestchinesischen Provinz Sichuan ausgegraben wurde. (Quelle: Xinhua/Shen Bohan)

Chinesische Archäologen gaben am 20. März bekannt, dass an der legendären Sanxingdui-Ruinenstätte im Südwesten Chinas einige neue bedeutende Entdeckungen gemacht worden seien, die hülfen, Licht auf den einheitlichen, vielfältigen Ursprung der chinesischen Zivilisation zu werfen.

Archäologen hätten in den Sanxingdui-Ruinen in der Provinz Sichuan sechs neue Opfergruben gefunden und mehr als 500 Gegenstände ausgegraben, die rund 3.000 Jahre alt seien, teilte die Nationale Verwaltung für Kulturerbe in der Provinzhauptstadt Chengdu mit.

Bislang haben Archäologen in vier der Gruben verschiedene wichtige Kulturgüter ausgegraben, darunter Stücke von Goldmasken, Goldfolie, Bronzemasken, Bronzebäume und eine große Anzahl von Elfenbein. Auch Stücke von Miniatur-Elfenbein-Skulpturen, verkohlter Reis und Samen von Bäumen wurden ausgegraben. Der Rest der neu entdeckten Gruben befindet sich noch in der Ausgrabungsphase.

„Überraschenderweise haben wir einige noch nie dagewesene Gegenstände aus Bronze ausgegraben“, sagte Lei Yu vom Forschungsinstitut für kulturelle Relikte und Archäologie der Provinz Sichuan. „Zum Beispiel haben einige große und zierliche Bronzewaren bizarr aussehende Drachen- oder Kuhdesigns auf ihnen.“

In einer weiteren wichtigen Entdeckung wurden in Sanxingdui zum ersten Mal Reste von Seide und Textilprodukten ausgegraben, was darauf hindeutet, dass „das alte Shu-Königreich einer der wichtigsten Ursprungsorte für Seide im alten China war“, so Tang Fei, Leiter des Ausgrabungsteams und Chef des Instituts.

Die neuen Gruben befinden sich neben zwei Opfergruben, die 1986 entdeckt wurden. Sie sind rechteckig, mit Flächen zwischen 3,5 und 19 Quadratmetern. Zusammen bilden sie einen Bereich, in dem Menschen der alten Shu-Zivilisation dem Himmel, der Erde und ihren Vorfahren Opfer darbrachten und für Wohlstand und Frieden beteten.

Mehr als 30 Institutionen haben an der jüngsten Runde der Ausgrabungsarbeiten teilgenommen, die sich durch den Einsatz moderner Technologien und die Integration von Ausgrabung und Erhaltung auszeichnen.

Die Sanxingdui-Ruinen werden als einer der größten archäologischen Funde der Menschheit im 20. Jahrhundert bezeichnet. Die Stätte wurde zufällig von einem Bauern entdeckt, als er in den 1920er Jahren einen Graben aushob. Die 12 Quadratkilometer großen Ruinen befinden sich in der Stadt Guanghan, etwa 60 km von Chengdu entfernt, und es wird angenommen, dass es sich um die Überreste des Shu-Königreichs handelt, das mindestens 4.800 Jahre alt war und über 2.000 Jahre dauerte.

Im Jahr 1986 wurde in den Gruben Nr. 1 und Nr. 2 eine große Anzahl einzigartiger Relikte ausgegraben, die weltweites Interesse erweckten. Bis heute wurden in Sanxingdui mehr als 50.000 Relikte ausgegraben.

Die Behörden stellten die Sanxingdui-Ruinen 1988 unter staatlichen Schutz.

In den neuen Gruben verwenden die Archäologen Handschaufeln, chirurgische Messer und Bambusrohre, um die antiken Artefakte mit großer Sorgfalt zu bergen.

„Wir müssen bei der Bergung dieser Relikte besonders vorsichtig sein“, sagt Jiang Luman vom Forschungsinstitut für kulturelle Relikte und Archäologie Chengdu. Jiang ist einer der Arbeiter in der Grube Nr. 5.

Jiang sagte, dass viele der Elfenbeinstücke in der Grube in schlechtem Zustand seien und besondere Sorgfalt bei der Ausgrabung erforderten.

„Das Elfenbein muss feucht und bei einer stabilen Temperatur bleiben, deshalb ergreifen wir verschiedene Maßnahmen, um sicherzustellen, dass es unter solchen Bedingungen aufbewahrt wird“, sagte sie. „Bislang haben wir mehr als 100 Kulturgegenstände aus der Grube geborgen.“

AUSGEPRÄGTE ZIVILISATION IM RAMPENLICHT

Die Vorgängertypen einiger Bronzegegenstände, die in Sanxingdui ausgegraben wurden, könnten in den Zentralen Ebenen oder in anderen Gebieten entlang des Jangtse gefunden werden, was ein starker Beweis für einen häufigen Austausch sei, so die chinesischen Forscher.

„Die neuen Entdeckungen werden unser Verständnis der Sanxingdui-Kultur bereichern und vertiefen“, sagte Song Xinchao, stellvertretender Direktor der Nationalen Kulturerbeverwaltung.

Die neu gefundenen Goldmasken, Bronzemasken und menschlichen Figuren spiegeln nach Ansicht der Archäologen die Besonderheit und Kreativität der alten Shu-Zivilisation wider.

Jay Xu, Leiter des Asiatischen Kunstmuseums in San Francisco, sagte gegenüber Xinhua, dass die hochentwickelte Bronzewaren-Kunst in Sanxingdui „sie unter vielen regionalen Zivilisationen in China herausragend und unter den alten Zivilisationen einzigartig macht“, und fügte hinzu, die neuen Entdeckungen würden international von großem Interesse sein.

Quelle: Nachrichtenagentur Xinhua

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