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Chinas grenzüberschreitender E-Commerce nimmt mit China-Europa-Güterzügen Fahrt auf
2021/03/29

Die Bürger der im Südwesten Chinas gelegenen Stadt Chengdu, bekannt als bedeutender Lebensraum des Großen Pandas, können sich während der Feiertage um das Frühlingsfest am Anblick von Produkten aus fast 40 Ländern erfreuen.

Im Nordosten der Stadt Chengdu hat der Chengdu International Railway Port mehrere Pavillons aufgebaut, um internationale Produkte aus Übersee zu präsentieren und zu verkaufen. Darunter fanden sich auch französische Weine, deutsche Biere und italienischer Kaffee.

Die meisten der Waren wurden von China-Europa-Güterzügen nach China importiert. Das Projekt zur Anbindung über den Schienenweg wurde von China initiiert, um den Handelsaustausch mit europäischen Ländern zu fördern. Die Shopping-Tradition zum chinesischen Neujahr hat viele Bewohner von Chengdu auf der Suche nach Vielfalt und besonderen Angeboten dazu gebracht, zu den Pavillons neben dem Güterbahnhof zu strömen.

Während die Zahl der weltweiten Flüge inmitten der Beschränkungen durch die Pandemie einbrach und sich die Container in den Vereinigten Staaten und Europa stapelten, fuhren die Güterzüge weiter zwischen China und Europa hin und her.

Im Jahr 2020 wurde ein neuer Rekord mit 12.406 Fahrten von China-Europa-Güterzügen aufgestellt, über 50 Prozent mehr als noch 2019. Im Januar 2021 erreichte die Zahl der Fahrten 1.165, ein Anstieg von 66 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Laut Berichten des statistischen Amtes der Europäischen Union (EU) Eurostat hat China im vergangenen Jahr den Platz der Vereinigten Staaten als größter Handelspartner der EU eingenommen. Das bilaterale Handelsvolumen belief sich auf insgesamt 586 Milliarden Euro.

China brachte früh im Jahr 2020 unterstützende Maßnahmen auf den Weg, um stabile und flexible Transportdienste über den Landweg zu unterstützen und gab damit dem grenzüberschreitenden E-Commerce einen Anschub. Der landesweite Handelswert des grenzüberschreitenden E-Commerce in China stieg im Jahr 2020 um 31,1 Prozent im Vorjahresvergleich.

„Wir haben unseren Geschäftsfokus auf den Güterschienenverkehr verschoben, da er 70 Prozent günstiger als der Lufttransport und doppelt so schnell wie der Seetransport ist“, erklärte Zhang Liping, stellvertretender Geschäftsführer eines in Chengdu ansässigen Handelsunternehmens.

Trotz der Corona-Pandemie ist der Umsatz von Zhangs Unternehmen im grenzüberschreitenden E-Commerce im vergangenen Jahr um mehr als 20 Prozent gewachsen und er plant in diesem Jahr eine Verdopplung des Umsatzes auf mehr als 500 Millionen Yuan (etwa 77,7 Millionen US-Dollar).

Die Importe von Zhangs Unternehmen laufen größtenteils über den Alataw-Pass, einen bedeutenden Bahnhof im nordwestchinesischen Uigurischen Autonomen Gebiet Xinjiang. In der Grenzregion zu Kasachstan ist er der geschäftigste Güterbahnhof Chinas, was die Anzahl an China-Europa-Güterzügen betrifft, die die Grenze überqueren.

Der Güterbahnhof nahm den grenzüberschreitenden E-Commerce am 21. Januar 2020 auf und lieferte in China hergestellte Produkte mithilfe der China-Europa-Güterzüge an Online-Käufer im Ausland.

Innerhalb von nur einem Jahr haben mehr als 40 Millionen Pakete von Produkten, die in Produktionshochburgen Chinas wie Dongguan und Kunshan hergestellt und an europäische Konsumenten ausgeliefert wurden, den Alataw-Pass passiert.

„Inzwischen passieren täglich rund 14 Güterzüge den Bahnhof und liefern so durchschnittlich 110.000 Warensendungen pro Tag aus“, erklärte Guo San, Leiter des Betriebs- und Managementbüros des Güterbahnhofs. Die speziell für den grenzüberschreitenden E-Commerce angepassten Güterzüge wurden im November vergangenen Jahres während Chinas Online-Shopping-Event erstmalig in Betrieb genommen.

Zu den Bestsellern im grenzüberschreitenden E-Commerce zählen Güter wie Spielzeug, Kleidung und Schuhe, sagte Sun Shiyu, stellvertretender Geschäftsführer der Alashankou Comprehensive Bonded Zone Golden Harbour Development Co., Ltd., dem Betreiber der Service-Plattform für den grenzüberschreitenden E-Commerce des Güterbahnhofs. Die enthusiastischsten Online-Käufer kommen aus Frankreich, Deutschland und Großbritannien, fügte Sun hinzu.

Vom Bahnhof Alataw-Pass aus dauert es rund zwei Wochen, bis die Warensendungen des grenzüberschreitenden E-Commerce in Europa ankommen. Um den Geschwindigkeitsnachteil der Güterzüge gegenüber dem Flugzeug auszugleichen, geben sich alle beteiligten Parteien jede Mühe, die grenzüberschreitenden Lieferungen per Zug so schnell wie möglich zu machen.

Viele Waren, die von ausländischen Konsumenten online bestellt werden, verlassen die Lagerhallen chinesischer Städte und werden über Straßen transportiert, bevor sie am Güterbahnhof Alataw-Pass auf die Güterzüge verladen werden. Diese Kombination verschiedener Transportmittel nimmt laut Sun nur ein Fünftel der Zeit in Anspruch, die der Transport der Produkte über den Seeweg benötigen würde.

Eisenbahnarbeiter nutzen die Kapazitäten aller Güterzüge voll aus, um Warensendungen effizient und zeitnah zu verladen. Zusätzlich arbeiten Zollbeamte rund um die Uhr, um die Abfertigungsdauer zu senken.

„Wir arbeiten den ganzen Tag und wir fertigen Bestellungen ab, egal wie spät nachts es ist“, erklärte Zhang Xiaodong, Zollbeamter am chinesischen Güterbahnhof Alataw-Pass.

„Es ist unsere gemeinsame Überzeugung, dass Zeit der wichtigste Faktor beim grenzüberschreitenden E-Commerce ist“, sagte Sun. „Eine Verzögerung von einer Minute bedeutet eine weitere Minute Wartezeit für viele, viele Online-Käufer.“

Um das Risiko einer grenzüberschreitenden COVID-19-Übertragung zu verringern, muss jeder, der den Güterbahnhof Alataw-Pass oder den Kontrollbereich für E-Commerce-Waren betritt, einen Schutzanzug tragen. Container, die den Bahnhof passieren, durchlaufen eine Reihe von Desinfektionsmaßnahmen.

„Wir befinden uns nicht nur in einem Wettlauf gegen die Zeit, sondern auch gegen das Virus“, erklärte der Zollbeamte Zhang Xiaodong.

Quelle: Nachrichtenagentur Xinhua

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