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Chinas Navigationssatellitensystem "BeiDou" soll bis 2020 für weltweiten Einsatz bereit sein
2016/06/17
 

Die chinesische Regierung hat am Donnerstag ein Weißbuch herausgegeben, in dem der Aktionsplan zum weiteren Ausbau des von China selbst entwickelten Navigationssatellitensystems BeiDou (BDS) beschrieben wird.

China habe eine dreistufige Strategie für die Entwicklung des BDS entwickelt, heißt es in dem durch das Presseamt des Staatsrats veröffentlichten Weißbuch. Ziel sei die vollständige Fertigstellung des 35 Satelliten umfassenden Netzes bis 2020, um den Service weltweit anbieten zu können.

Dies ist Chinas erstes Weißbuch zum Navigationssatellitensystem BDS. Gleichzeitig ist es das insgesamt 100. Weißbuch, das vom Presseamt veröffentlicht wurde.

Anfangs wollte China den Service nur lokalen Nutzern anbieten. Kurz darauf folgte jedoch schon die Erweiterung des Netzwerks auf die gesamte Asien-Pazifik-Region. Diese Erweiterung wurde bis Ende 2012 fertiggestellt.

Derzeit sendet das BDS-2 laut dem Weißbuch die offenen Signale B1I und B2I in der gesamten Asien-Pazifik-Region aus. Die Signale seien überall kostenlos zugänglich, heißt es in dem Weißbuch.

Der Navi-Dienst umfasst einen Bereich zwischen 55 Grad nördlicher und 55 Grad südlicher Breite sowie zwischen 55 und 180 Grad östlicher Länge, mit einer Positionsgenauigkeit von weniger als 10 Meter Abweichung, einer Messgenauigkeit der Geschwindigkeit von weniger als 0,2 Meter pro Sekunde Abweichung und einer zeitlichen Genauigkeit von weniger als 50 Nanosekunden Abweichung.

BDS-Sprecher Ran Chengqi sagte auf einer Pressekonferenz am Donnerstag, dass Tests in der Asien-Pazifik-Region gezeigt hätten, dass das System gut funktioniere.

Ran, der auch Direktor des Managementbüros des chinesischen Satellitennavigationssystems ist, sagte, dass in wichtigen Städten wie Beijing und Urumqi – der Hauptstadt der Autonomen uigurischen Region Xinjiang im Nordwesten Chinas – die Positionsgenauigkeit sogar bei weniger als 5 Metern Abweichung liege.

Das gleiche Ergebnis könne auch in den Ländern niedrigerer Breitengrade, wie beispielsweise Thailand, erzielt werden.

Das BDS biete zu jeder Zeit und bei jedem Wetter hochgenaue Ortungs-, Navigations- und Zeitgebungsdienste für Benutzer weltweit, heißt es in dem Dokument.

Das BeiDou-Projekt wurde offiziell im Jahr 1994 gestartet, doch der erste BeiDou-Satellit wurde erst im Jahr 2000 ins All gebracht. Am Sonntag wurde der insgesamt 23. BeiDou-Satellit ins All geschossen.

Neben einem kontinuierlichen, stabilen und zuverlässigen Service für Benutzer weltweit wird das BDS die nationale Sicherheit, die wirtschaftliche und soziale Entwicklung sowie den Lebensstandard der Menschen verbessern.

Laut dem Dokument wurde das BDS entworfen, um offene Satellitennavigationsdienste unentgeltlich zur Verfügung zu stellen.

Internationale Zusammenarbeit und Austausch bezüglich der Satellitennavigationssysteme soll gefördert und die BDS-Kompatibilität mit anderen Systemen verbessert werden, um bessere Dienstleistungen für den Endnutzer zu bieten.

"Da das BDS zusammen mit anderen Satellitennavigationssystemen genutzt wird, will China mit allen anderen Ländern, Regionen und internationalen Organisationen zur Förderung der globalen Satellitennavigation zusammenarbeiten, damit das System der Welt besser dienen und den Menschen Nutzen bringen kann", heißt es in dem Weißbuch.

Produkte rund um das BDS werden bereits in Bereichen wie Kommunikation und Transport, Fischereiüberwachung, Wettervorhersage, Kartographie und geographische Informationen sowie zur Verhütung von Waldbränden verwendet.

Quelle: german.china.org.cn

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