| China ergreift Maßnahmen zum Schutz des Poyang-Sees |
| 2008/02/19 |
Im Norden der zentralchinesischen Provinz Jiangxi liegt der Poyang-See, der größte Süßwassersee Chinas. Zudem befindet sich dort ein wichtiges Feuchtbodengebiet sowie eine der bedeutendsten Vogelschutzregionen der Welt. Schon seit mehreren Jahren legt man in China großen Wert auf den Schutz der Umwelt rund um den Poyang-See. Dazu wurden bereits verschiedene Maßnahmen ergriffen, um den Schutz der Umwelt effektiv zu gestalten. Der Poyang-See hat zudem eine wichtige Bedeutung für die Wasserspeicherung und den Hauptstrom des Yangtze, des längsten Flusses in China. Der See dient also einerseits dazu, auftretendes Hochwasser zu regulieren und Wasser zu speichern. Andererseits hat er auch eine spezielle ökologische Funktion beim Schutz der Vielfalt der Flora und Fauna. Außerdem befindet sich der Poyang-See in einem wichtigen Ökogebiet, das auch vom World Wide Fund for Nature (WWF) anerkannt wird. Die Region bietet dabei einen Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten. Außerdem überwintern dort jedes Jahr zahlreiche Zugvögel. Als Folge daraus wurde 1983 das Naturschutzgebiet Poyang-See gegründet, welches schließlich 1988 zum Naturschutzgebiet auf Staatsebene eingestuft wurde. Der Leiter des staatlichen Verwaltungsamtes des Naturschutzgebietes Poyang-See, Ji Weitao, teilte mit, wegen der vielen wichtigen Aufgaben des Poyang-Sees sei dessen Schutz von großer Bedeutung. "Der Poyang-See ist das Herzstück der Provinz Jiangxi. Würde man diesen See nicht ausreichend genug schützen, so hätte dies negative Auswirkungen auf die Umwelt in der ganzen Provinz. Deshalb ist der Schutz des Poyang-Sees wichtig und sinnvoll." Weiter erklärte Ji Weitao, die zuständigen Behörden der Provinz Jiangxi würden dem Umweltschutz in der Region rund um den Poyang-See große Bedeutung beimessen. Dazu seien gegenwärtig auch mehrere Maßnahmen ergriffen worden. Einerseits werde dadurch der Schutz des Sees verstärkt. Andererseits werde auch die Zusammenarbeit mit dem Ausland ausgebaut, um den Poyang-See, das Symbol der Provinz Jiangxi, besser zu bewahren. Um den Schutz des Poyang-Sees ausbauen zu können, haben die chinesische Zentralregierung und die zuständigen Behörden vor Ort in den vergangenen Jahren 30 Millionen Yuan RMB bereitgestellt. Das Naturschutzgebiet wird jeden Tag von Mitarbeitern kontrolliert. Zudem kooperiert das Verwaltungsamt des Naturschutzgebietes mit den Lokalregierungen aller Ebenen, um den See und die Region zu schützen. Die zuständigen Behörden und die Anwohner haben sich dabei gemeinsam dafür eingesetzt, den Poyang-See zu schützen. So befindet sich beispielsweise der landwirtschaftliche Betrieb Xinzhou am Abfluß des Poyang-Sees in den Yangtze. Der Leiter der Farm, Rao Bing, erzählte, die Lokalregierung habe verschiedene Investitionsvorschläge abgelehnt, um die ökologische Umwelt des Poyang-Sees zu wahren, obwohl dies auch wirtschaftliche Nachteile mit sich gebracht habe. 2001 wollte zum Beispiel ein Investor aus der Provinz Guangdong schnellwachsende Pappelbäume entlang eines Uferabschnittes des Poyang-Sees anpflanzen. Dieser Unternehmer investierte insgesamt drei Millionen Yuan RMB in Dutzende Hektar Pappelwald. Dieses Vorhaben kam zwar der Region wirtschaftlich zugute, Pappeln benötigen jedoch für ihr Wachstum viel Wasser und Nährstoffe. Entsprechend der Politik des Landes, Ackerland in Seenflächen umzuwandeln, wurden mit dem Investor Gespräche geführt, woraufhin dieser sich dazu bereiterklärte, die bereits gepflanzten Jungbäume wieder zu fällen. Die ökologische Umwelt des Poyang-Sees wurde somit letztenendes gestärkt. Dazu der Leiter der Xinzhou-Farm Rao Bing "Wie man heute erkennen kann, hat sich dieser Uferabschnitt in eine Feuchtbodenfläche gewandelt. Im Winter kommen nun wieder zahlreiche Zugvögel hierher. Dabei leben sie während ihres Aufenthaltes in ihrem Winterquartier in Harmonie mit der hiesigen Umwelt. Diese Harmonie war früher nur selten zu beobachten." Neben dem verstärkten Schutz des Sees setzen sich die zuständigen Behörden in der Region auch aktiv dafür ein, die Zusammenarbeit mit dem Ausland auf dem Gebiet des Umweltschutzes auszubauen. Der Leiter des staatlichen Verwaltungsamtes des Naturschutzgebietes, Ji Weitao, erklärte dazu, dank der Zusammenarbeit mit vielen Ländern und internationalen Organisationen sei der Poyang-See deutlich bekannter geworden. Dies helfe dabei, internationale Hilfsgelder sowie Anlagen für den Umweltschutz vor Ort anzulocken. Zudem seien dadurch im Rahmen von Bildungsgrogrammen und verschiedenen Projekten viele Interessierte zum Informationsaustausch und zu Inspektionsreisen in die Region gekommen. Dies wiederum habe zu einer deutlichen Verbesserung der örtlichen Infrastruktur sowie der Verwaltung des Naturschutzgebietes geführt. Ji Weitao sagte weiter, im Jahr 2006 sei das Naturschutzgebiet Poyang-See außerdem vom Global Nature Fund (GNF) mit dem Preis der Umweltinitiative Living Lakes für herausragende Naturschutzpraxis ausgezeichnet worden. Dazu Ji Weitao, "Experten aus verschiedenen Ländern arbeiten mit uns zusammen. Unter ihnen sind beispielsweise die Welternährungsorganisation (FAO), die Weltgesundheitsorganisation (WHO), das UN-Entwicklungsprogramm (UNDP), die Global Environment Facility (GEF) und der World Wildlife Fund (WWF)." |